Am Donnerstag begann unsere Suche nach einer Wohnung. Dabei war es sehr hilfreich, einen Georgier dabei zu haben, der allein durch seine Anwesenheit dafür sorgt, dass die Preise nicht zu hoch steigen. Wir suchten über Makler und Freunde der Mitarbeiter im Office, die wiederum andere Personen anriefen, eine Kollegin fuhr mit uns kreuz und quer durch die Stadt und so verbreitete sich schnell die Information, dass zwei junge, europäische Mädels eine Wohnung suchen. Wir schauten insgesamt 10-12 Wohnungen an. Ich hatte jedes Mal meinen Fotoapparat dabei und machte Notizen, damit wir auch im Nachhinein noch wussten, um welche Wohnung es sich handelte.
Die Wohnungssuche erwies sich als sehr schwierig. Dabei war nicht der Standard das Problem. Mir war von vornherein bewusst, dass Georgien ein armes Land ist, vom Wohnstandard her hatte ich eher rumänische Verhältnisse erwartet. Damit lag ich auch nicht falsch. Das Problematische und Erschreckende sind die Preise. Batumi liegt direkt am Schwarzen Meer, war schon zu Sowjetzeiten ein beliebter Badeort, was sich bis heute nicht geändert hat und ist dementsprechend voll von Touristen. Die Hochsaison beginnt Mitte Juli und endet Ende September. In dieser Zeit ist Batumi preislich wie Acapulco, München und Paris zusammen genommen. Wohnungen kosten in dieser Zeit ab 500 US Dollar aufwärts (ca. 360 Euro).
Das Verhältnis vom Standard der Wohnungen und auch dem allgemeinen Lebensstandard der Menschen zum Preis dieser Wohnungen ist komplett verschoben. Die Wohnungen waren teilweise schmutzig, nicht gemütlich eingerichtet, mit schlecht bis gar nicht ausgestatteten Küchen, mit alten durchgelegenen Betten. Von den Hausfluren und Aufgängen ganz zu schweigen. Für 300 US Dollar wär’s ja okay, aber diese Preise im Verhältnis zu dem, was man geboten bekommt, haben uns umgehauen. Claire wird im Anschluss ein Praktikum in Arizona/USA machen. Sie meinte dort zahlt sie diese 500 US Dollar für eine toll ausgestattete, moderne 50 qm-Wohnung mit Garten.

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